Wintershall Dea bereitet mit höchster Priorität Sanierung vor

Emlichheim
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Wintershall Dea Emlichheim Pferdekopfpumpe
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Wintershall Dea/Christian Burkert
  • Tiefbohrung an der schadhaften Einpressbohrung Em 132 begonnen
  • Weiterhin keine Anhaltspunkte für Gefährdung der menschlichen Gesundheit

Emlichheim. Wintershall Dea bereitet mit höchster Priorität die Sanierung der schadhaften Einpressbohrung Em 132 in Emlichheim vor. Nach Abschluss einer derzeit laufenden Tiefbohrung errichtet das Unternehmen an dieser Stelle einen ersten Sanierungsbrunnen. 

Wintershall Dea hatte den Aufsichtsbehörden bereits am 26. Juli eine vorläufige Gefährdungsanalyse übersandt. Demnach ist aus der Bohrung Em 132 Lagerstättenwasser über Leckagestellen, die unterhalb einer Tiefe von etwa 150 Metern liegen, in den Untergrund gelangt. Nach ersten Einschätzungen könnten insgesamt 140.000 bis möglicherweise 220.000 Kubikmeter Lagerstättenwasser ausgetreten sein.

Untersuchungen von insgesamt 64 Proben aus Oberflächengewässern und oberflächennahem Grundwasser haben ergeben, dass es derzeit weiterhin weder Anhaltspunkte für eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit noch für das gesamte Landökosystem gibt. Die Proben wurden von einem unabhängigen Labor untersucht.

„Wir sind uns durch die Gefährdungsanalyse und die Wasserproben sicher, dass keine Gefahr für die Gesundheit der Menschen und das Landökosystem besteht. Und wir werden weiterhin alles dafür tun, dass dies so bleibt“, sagte Dirk Warzecha, Leiter Wintershall Dea Deutschland. „Wir haben bereits mit der Vorbereitung der Sanierung begonnen. Ferner haben wir Grundwassermessstellen eingerichtet. Alle vier Wochen werden weitere Proben entnommen und permanent unabhängig überprüft“, so Warzecha weiter. Umfang und Ausmaß des weiteren Grundwasser-Monitorings werden in Abstimmung mit dem LBEG kontinuierlich angepasst. 

In einem Besprechungstermin, an dem unter anderem das Bergamt (LBEG), die Samtgemeinde Emlichheim, der Landkreis Grafschaft Bentheim sowie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) teilgenommen haben, wurde am Montag im Kreishaus Nordhorn das weitere Vorgehen beraten.

„Erstens wollen wir mit all unseren Kräften den entstandenen Schaden sanieren. Zweitens wollen und müssen wir ausschließen, dass andere Bohrungen in ähnlicher Weise betroffen sein könnten. Und drittens müssen wir herausfinden, wie ein solcher Schaden entstehen konnte – mit einer umfassenden Ursachenforschung und einer gründlichen, umfassenden Analyse“, sagte Warzecha. „Wir werden weiterhin transparent berichten und die Ergebnisse der Öffentlichkeit und den Aufsichtsbehörden vorstellen.“

Am 30. Juli hat Wintershall Dea mit einer Tiefbohrung im Abstrombereich der Em 132 in Emlichheim begonnen. Bis zum 9. August wurden bereits 132 Meter an Bohrkernen gezogen. Das unabhängige Labor Eurofins untersucht laufend die Bodenproben, um Informationen über den Austritt von Lagerstättenwasser im tieferen Untergrund zu erhalten. Analyseergebnisse liegen bereits für das Erdreich von der Bodenoberfläche bis zu einer Tiefe von 99 Metern vor. Bisher ergeben sich daraus keine Hinweise auf Lagerstättenwasser in diesem Bereich. Daher ist nach derzeitigem Stand der Untersuchung davon auszugehen, dass sich der von Lagerstättenwasserzutritten betroffene Abschnitt in noch größerer Tiefe und noch größerem Abstand zum nutzbaren Grundwasser befinden muss. 

Bei Wartungsarbeiten an den Einpressbohrungen Em 132 und Em 51 hatte Wintershall Dea Anfang 2019 Korrosionsschäden an der Verrohrung in Tiefen zwischen 148 und 788 Metern festgestellt und die Bohrungen außer Betrieb genommen. Durch die Rohre von Einpressbohrungen wird Wasser, das bei der Erdölförderung mitgefördert wird (sogenanntes Lagerstättenwasser), zur Druckerhaltung in die Erdöllagerstätte in rund 850 Meter Tiefe zurückgeführt. 

Bei der Bohrung Em 51 hatte Wintershall Dea unterhalb von 550 Metern eine mögliche Leckage festgestellt und den Aufsichtsbehörden gemeldet. Alle bisherigen Wasserproben und Drucktests in der Nähe der Em 51 zeigen keine Veränderungen des Wassers. Eine abschließende Gefährdungsanalyse wird derzeit erstellt. Auf Grund der Schadenstiefe (unterhalb von ca. 550 Metern) und der Tatsache, dass sich mehrere 100 Meter an dichtem Gestein darüber befinden, ist von einer Gefährdung für das Oberflächen- und Grundwasser, der menschlichen Gesundheit und des Landökosystems nicht auszugehen.

„Wir haben natürlich nicht nur die betroffenen Bohrungen sofort außer Betrieb genommen. Wir haben nach dem Vorfall hier im Emlichheim alle Einpress- und Versenkbohrungen vorsorglich noch einmal untersucht. Das Ergebnis: die in Betrieb befindlichen Bohrungen sind in einem betriebssicheren Zustand“, sagte Warzecha.

Weitere Informationen finden Sie im Fact Sheet.

Nachtrag vom 12. August 2019, 18.30 Uhr:

Untersuchungsbohrung in 138 Metern Tiefe angekommen // Erste Anzeichen von Lagerstättenwasser angetroffen

Bei der Untersuchung der Leckage der Einpressbohrung Emlichheim 132 ist die Tiefbohrung mittlerweile bei einer Tiefe von rund 138 Metern angekommen. In der im unabhängigen Labor untersuchten Feststoffanalyse der Tiefbohrung im Abstrom der Bohrung Emlichheim 132 wurden Bestandteile von Lagerstättenwasser in einer Tiefe zwischen 99 und 109 Metern entdeckt. Die Bohrungen sollen in den kommenden Tagen noch bis zu einer Tiefe von 230 Metern vorangetrieben werden. Jeweils mit begleitenden Analysen des Gesteins.

Das Grundwasser ist nach allgemeinen Angaben des LBEG ab einer Tiefe von ca. 36 bis 51 m unter Geländeoberkante bereits von Natur aus versalzen und in Tiefen unterhalb dieses Niveaus nur sehr eingeschränkt nutzbar. Aufgrund der hohen Dichte des Lagerstättenwassers, welche einem Aufstieg in höhere Abschnitte des Grundwasserleiters entgegensteht, ist eine akute Gefährdung des oberflächennahen Grundwassers, das oberhalb einer Tiefe von ca. 36 m unter Geländeoberkante liegt, wenig wahrscheinlich. Trinkwasser wird in diesem Gebiet nicht gefördert.

Über Wintershall Dea

Mit dem Zusammenschluss der Wintershall Holding GmbH und der DEA Deutsche Erdoel AG haben zwei erfolgreiche Unternehmen mit langer Tradition Europas führendes unabhängiges Erdgas- und Ölunternehmen gegründet. Wintershall Dea. Das Unternehmen mit deutschen Wurzeln und Hauptsitz in Kassel und Hamburg sucht und fördert in weltweit 13 Ländern Gas und Öl auf effiziente und verantwortungsvolle Weise. Mit Aktivitäten in Europa, Russland, Lateinamerika sowie in der MENA-Region (Mittlerer Osten und Nordafrika) verfügt Wintershall Dea über ein globales Upstream-Portfolio und ist mit seiner Beteiligung am Erdgastransport auch im Midstream-Geschäft aktiv.

Wintershall Dea steht für mehr als 120 Jahre Erfahrung als Betriebsführer und Projektpartner über die gesamte E&P-Wertekette hinweg. Das Unternehmen beschäftigt weltweit ca. 4.000 Menschen aus über 60 Nationen. Von 2021 bis 2023 plant das Unternehmen, die durchschnittliche Tagesproduktion von ca. 590.000 Barrel Öläquivalent auf 750.000 bis 800.000 Barrel Öläquivalent zu steigern. Mittelfristig wird ein IPO von Wintershall Dea anvisiert.

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