Austritt von Lagerstättenwasser in Emlichheim

Wintershall Dea hat Korrosionsschäden an den Einpressbohrungen Em 132 und Em 51 festgestellt und diese außer Betrieb genommen. Aus der Bohrung Em 132 ist Lagerstättenwasser in den Untergrund gelangt. Es gibt keine Anhaltspunkte für eine Gefährdung von Menschen, Tieren und Pflanzen.
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Wintershall Dea Emlichheim Leckage
Wintershall Dea Emlichheim Leckage
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Wintershall Dea/Christian Burkert
Stand: 13. November 2019. Diese Website wird regelmäßig aktualisiert.

Bei Wartungsarbeiten an den Einpressbohrungen Em 132 und Em 51 hatte Wintershall Dea Korrosionsschäden an der Verrohrung in Tiefen ab 148 bzw. 788 Metern festgestellt. Durch die Rohre von Einpressbohrungen wird Wasser, das bei der Erdölförderung mitgefördert wird (sogenanntes Lagerstättenwasser), zur Druckerhaltung in die Erdöllagerstätte in rund 850 Meter Tiefe zurückgeführt.

Wintershall Dea hat die oben genannten Bohrungen außer Betrieb genommen und die zuständigen Behörden unverzüglich informiert. Seit dem Frühjahr laufen umfangreiche Untersuchungen, um den Austritt von Lagerstättenwasser zu prüfen und Auswirkungen auf das nutzbare Grundwasser auszuschließen.

Wintershall Dea Karte Emlichheim
Wintershall Dea Karte Emlichheim
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Wintershall Dea
Keine Anhaltspunkte für Gefährdung

Untersuchungen von bislang insgesamt 101 Proben des Grund- und Oberflächenwassers im näheren und weiteren Umfeld der Bohrung Em 132 haben ergeben, dass keine Gefahr für Menschen, Tiere und Pflanzen besteht. Trinkwasser wird in diesem Gebiet nicht gefördert.

Sanierung beginnt

Wintershall Dea beginnt im November 2019 mit der Sanierung des Schadens im Umfeld der Em 132. Die Arbeiten starten mit einem Immissionspumpversuch am Sanierungsbrunnen der so genannten Rammkernbohrung 1. Wintershall Dea hatte diese Bohrung im Abstrombereich der Em 132 mit einer Tiefe von 230 Metern am 27. September abgeschlossen.

Dabei wird das ausgetretene Lagerstättenwasser in unterschiedlichen Tiefen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten herausgepumpt. Ziel des Immissionspumpversuchs ist, verschiedene Informationen, wie etwa die Durchlässigkeit des Gesteins und die Verteilung des Lagerstättenwassers im tiefen Untergrund, zu erhalten.

Zur Erfassung der Fördermengen wird ein Durchflussmengenmessgerät eingesetzt, welches die entnommenen Wassermengen kontinuierlich ermittelt und sie in Echtzeit an ein Prozessleitsystem überträgt, das die Daten erfasst und speichert. Zudem werden so genannte Datenlogger installiert, die unter anderem die im Bohrloch vorherrschenden Druckverhältnisse aufzeichnen. Darüber hinaus werden alle zwei bis drei Tage Proben des geförderten Wassers genommen und untersucht. Mit diesen Informationen kann die Errichtung von Standorten für die weiteren Sanierungsbrunnen bestimmt werden. Ein zweiter Sanierungsbrunnen ist bereits in Planung. Das zurückgeförderte Lagerstättenwasser wird über eine Einpressbohrung zurück in die eigentliche Lagerstätte in einer Tiefe von etwa 1000 Metern Tiefe gepumpt.

Wintershall Dea hatte Ende Juli mit einer Bohrung im Abstrombereich der Em 132 begonnen. Es wurden Bohrkerne entnommen. In den untersuchten Feststoffanalysen der Bohrkerne wurden Bestandteile von Lagerstättenwasser ab einer Tiefe von 99 bis ca. 150 Metern entdeckt. 

Nach Abschluss dieses Immissionspumpversuchs setzt Wintershall Dea die Sanierung mit dem Herauspumpen des Lagerstättenwassers fort. Das Unternehmen hatte Ende September ein Sanierungskonzept beim LBEG vorgelegt.

 

Grundwasser- und Oberflächenwasser-Monitoring

Parallel zur Sanierung wird das Grundwasser- und Oberflächenwasser- Monitoring in Abstimmung mit dem LBEG fortgeführt und weiterentwickelt. Es werden Messorte und Grundwassermessstellen genutzt und im monatlichen Rhythmus Proben entnommen. Zu den schon vorhandenen 15 Messstellen sollen 8 weitere hinzukommen. Die Ergebnisse der Analyse von mittlerweile insgesamt 101 Proben des Grund-und Oberflächenwassers zeigen, dass keine Gefahr für Menschen, Tiere und Pflanzen besteht.

Zudem hatte Wintershall Dea die Ingenieurgesellschaft Dr. Schmidt beauftragt, die Erkundungs- und Monitoringmaßnahmen durch ein Grundwasserströmungs- und Schadstofftransportmodell zu ergänzen. Ziel dieser Modellierung ist, zu berechnen, wie sich das Lagerstättenwasser im Umfeld der schadhaften Bohrung ausgebreitet haben könnte. Auf Basis dieser Ergebnisse und der bisherigen Erkundungen werden die Standorte zusätzlicher Grundwassermessstellen in unterschiedlichen Tiefen geprüft. Damit soll die Lage der Schadstofffahne weiter untersucht werden.

Weiterhin keine Hinweise auf einen Umweltschaden an der Bohrung Em 51

Eine vorläufige Gefährdungsanalyse für die Einpressbohrung Em 51 hat ergeben, dass ein Umweltschaden wie in der Em 132 ausgeschlossen werden kann. Das ist das Ergebnis eines Injektionstests sowie verschiedener Messungen und Untersuchungen, die für eine vorläufige Gefährdungsanalyse durchgeführt worden sind. Wintershall Dea hat darüber hinaus einen Gutachter der Klassifikationsgesellschaft DNV-GL beauftragt, eine externe Gefährdungsanalyse zu erstellen. Außerdem soll noch ein Fördertest durchgeführt werden. Ein entsprechender Antrag ist beim LBEG eingereicht. Darüber hinaus zeigen auch alle bisherigen Wasserproben in der Nähe der Em 51 weiterhin keine Veränderungen des Wassers.

Weitere Informationen sowie die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.

Regelmäßige Informationen per E-Mail

Wenn Sie regelmäßig Informationen zu den weiteren Untersuchungen und Sanierungsmaßnahmen an der schadhaften Bohrung Em 132 per E-Mail erhalten möchten, schreiben Sie bitte eine E-Mail an presse@wintershalldea.de mit dem Betreff Verteiler Em 132.

Weiterführende Informationen
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Pressekontakt
Wintershall Dea Mark Krümpel
Wintershall Dea Mark Krümpel
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Wintershall Dea/Ingmar Nolting
Mark
Krümpel
Pressesprecher Aitingen, Landau, Emlichheim
+49 561-301-1034
+49 152 29 86 27 44