Vorbereitungen für Bau eines Sanierungsbrunnens

Emlichheim
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Wintershall Dea/Norbert Bußmann
  • Technische Details für Sanierung werden derzeit ausgearbeitet
  • Weiterhin keine Anhaltspunkte für Gefährdung von Menschen, Tieren und Pflanzen

Wintershall Dea treibt die Sanierung des Schadens im Umfeld der Einpressbohrung Em 132 in Emlichheim (Grafschaft Bentheim) voran. Sobald die seit Ende Juli laufende Tiefbohrung abgeschlossen ist, wird diese Bohrung zu einem Sanierungsbrunnen umgebaut. Außerdem ist geplant, in der Nähe der Em 132 weitere Bohrungen durchzuführen und Pumpen zu installieren, um die Sanierung zu beschleunigen. Ziel ist es, das ausgetretene Lagerstättenwasser zügig herauszupumpen. Derzeit holt Wintershall Dea die notwendigen Genehmigungen für die nächsten Sanierungsschritte ein.

Die technischen Details eines Sanierungskonzeptes werden derzeit ausgearbeitet. In einem Besprechungstermin, an dem unter anderem das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), die Samtgemeinde Emlichheim, der Landkreis Grafschaft Bentheim sowie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) teilgenommen haben, wurde am Dienstag der aktuelle Stand beraten. „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Sanierung und Aufarbeitung des Schadens. Und wir sind uns aufgrund der Ergebnisse der Wasseruntersuchungen sicher, dass weiterhin keine Gefahren für Menschen, Tiere und Pflanzen bestehen“, sagte Dirk Warzecha, Leiter Wintershall Dea Deutschland.

Insgesamt wurden in den vergangenen Wochen mittlerweile 81 Proben des Grund- und Oberflächenwassers von unabhängigen Laboren entnommen. Es wurden Grundwassermessstellen eingerichtet und alle vier Wochen werden weitere Proben entnommen sowie permanent unabhängig überprüft. Dieses Grundwasser-Monitoring wird in Abstimmung mit dem LBEG kontinuierlich angepasst.

Zudem beauftragte Wintershall Dea die Ingenieurgesellschaft Dr. Schmidt, die Erkundungs- und Monitoringmaßnahmen durch ein Grundwasserströmungs- und Schadstofftransportmodell zu ergänzen. Ziel dieser Modellierung ist, zu berechnen, wie sich das Lagerstättenwasser im Umfeld der schadhaften Bohrung ausgebreitet haben könnte. „Auf Basis dieser Ergebnisse und der bisherigen Erkundungen prüfen wir jetzt die Standorte zusätzlicher Grundwassermessstellen in unterschiedlichen Tiefen. Damit wollen wir die Lage der Schadstofffahne weiter ergründen“, sagte Warzecha.

Wintershall Dea hatte Ende Juli mit einer Tiefbohrung im Abstrombereich der Em 132 begonnen. Diese Bohrung ist mittlerweile bei einer Tiefe von 181 Metern angekommen. Es wurden Bohrkerne entnommen. In der von einem unabhängigen Labor untersuchten Feststoffanalyse der Bohrkerne wurden Bestandteile von Lagerstättenwasser in einer Tiefe unterhalb von etwa 99 Metern entdeckt. Die Bohrung wird nun im Lufthebeverfahren bis zu einer Tiefe von 230 Metern fortgeführt. Das soll Ende September abgeschlossen sein.

Bei Wartungsarbeiten an den Einpressbohrungen Em 132 und Em 51 hatte Wintershall Dea Anfang 2019 Korrosionsschäden an der Verrohrung in Tiefen zwischen 148 und 788 Metern festgestellt und die Bohrungen außer Betrieb genommen. Durch die Rohre von Einpressbohrungen wird Wasser, das bei der Erdölförderung mitgefördert wird (sogenanntes Lagerstättenwasser), zur Druckerhaltung in die Erdöllagerstätte in rund 850 Meter Tiefe zurückgeführt. Eine vorläufige Gefährdungsanalyse hatte ergeben, dass aus der Bohrung Em 132 insgesamt zwischen 140.000 und 220.000 Kubikmeter Lagerstättenwasser ausgetreten sein könnten. Eine vorläufige Gefährdungsanalyse für die Em 51 hat wiederum ergeben, dass ein Umweltschaden wie in der Em 132 ausgeschlossen werden kann (s. Pressemittelung vom 2.9.2019).

Weitere Informationen finden Sie im Fact Sheet.

Mehr Informationen zum Lagerstättenwasser-Austritt in Emlichheim finden Sie hier.

Über Wintershall Dea

Mit dem Zusammenschluss von Wintershall Holding GmbH und DEA Deutsche Erdoel AG bilden zwei erfolgreiche Firmen mit langer Tradition das führende unabhängige Erdgas- und Erdölunternehmen Europas: Wintershall Dea. Das Unternehmen mit deutschen Wurzeln und Sitz in Kassel und Hamburg 

sucht und fördert weltweit in 13 Ländern Gas und Öl auf effiziente und verantwortliche Art und Weise. Mit Aktivitäten in Europa, Russland, Lateinamerika und der MENA-Region (Middle East & North Africa) verfügt Wintershall Dea über ein weltweites Upstream-Portfolio und ist mit Beteiligungen im Erdgastransport zudem im Midstream-Geschäft aktiv.

Wintershall Dea steht für mehr als 120 Jahre Erfahrung als Betriebsführer und Projektpartner entlang der gesamten E&P-Wertschöpfungskette. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 4.000 Mitarbeiter aus über 60 Nationen. Die durchschnittliche Tagesproduktion von rund 590.000 Barrel l quivalent will das Unternehmen im Zeitraum zwischen 2021 und 2023 auf 750.000 bis 800.000 Barrel steigern. Mittelfristig wird ein Börsengang von Wintershall Dea angestrebt.

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