Wintershall Dea führt weitere Untersuchungen in Emlichheim durch

Emlichheim
Teilen
Wintershall Dea Emlichheim Bohrturm
Wintershall Dea Emlichheim Bohrturm
Foto
Wintershall/Christian Burkert

 

  • Rückfördertest an Bohrung Em 132 abgeschlossen
  • Erkundung der Geologie in größeren Tiefenbereichen

Wintershall Dea hat den Rückfördertest an der schadhaften Lagerstättenwasser-Bohrung Em 132 in Emlichheim abgeschlossen. Das Ergebnis zeigt, dass dort Lagerstättenwasser über Leckagestellen, die unterhalb einer Tiefe von etwa 150 Metern liegen, in den Untergrund gelangt ist. Aus diesem Grund ist eine weitere Erkundung der geologischen und hydrochemischen Verhältnisse bis in größere Tiefenbereiche notwendig.

Untersuchungen von Proben aus Oberflächengewässern und oberflächennahem Grundwasser haben ergeben, dass es derzeit weiterhin keine Anhaltspunkte für eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit gibt. Insgesamt wurden 49 Wasserproben aus der Nähe der zwei schadhaften Einpressbohrungen Em 132 und Em 51 gezogen – unter anderem von dem unabhängigen Labor Eurofins.
Wintershall Dea wird in der 30. Kalenderwoche eine aufwändige Tiefbohrung in der Nähe der Bohrung Em 132 beginnen. Diese wird rund sechs Wochen dauern. Es erfolgt eine Untersuchung von Sediment- und Wasserproben, so dass ein Bild über die Untergrundbeschaffenheit bis in eine Tiefe von etwa 230 Metern erarbeitet wird. Mit ersten Ergebnissen ist ab der Kalenderwoche 32 zu rechnen.

In einem Besprechungstermin mit dem Landesbergamt (LBEG), der Grafschaft Bentheim und der Samtgemeinde Emlichheim am Mittwoch wurde ein wöchentlicher Informationsaustausch vereinbart. Eine Aktualisierung der Gefährdungsabschätzung wird unter Berücksichtigung eines derzeit laufenden Einpresstests in der 31. Kalenderwoche vorliegen.
„Alle Proben und Ergebnisse der bislang durchgeführten Untersuchungen zeigen, dass es derzeit keine Hinweise auf eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit gibt“, sagt Uwe Balasus-Lange, Senior Vice President Global Production & Operational Excellence bei Wintershall Dea.

Um Gefährdungen weiterhin ausschließen zu können, wird Wintershall Dea parallel zur Erkundung des tieferen Untergrundes die Überwachung der Wasserqualität weiter vorantreiben. So werden aus sieben eingerichteten Grundwassermessstellen im 4-Wochen-Rhythmus Wasserproben von einem unabhängigen Labor fortlaufend untersucht und darüber hinaus Proben des Oberflächenwassers entnommen. „Wir untersuchen weiter in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden. Vollständige Klarheit ist das Ziel“, sagt Balasus-Lange.

Bei Wartungsarbeiten an den Einpressbohrungen Em 132 und Em 51 hatte Wintershall Dea Korrosionsschäden festgestellt und die Bohrungen außer Betrieb genommen (s. Meldungen vom 15.3.19 und 25.3.19). Durch die Rohre der beiden Bohrungen wurde Wasser, das bei der Erdölförderung mitgefördert wird, in die Lagerstätte in rund 900 Meter Tiefe zurückgeführt.

Folgende Maßnahmen wurden bereits durchgeführt:

  • Bau von sieben oberflächennahen Grundwassermessstellen
  • Entnahme und Analyse von Wasserproben aus Grundwassermessstellen im Bereich der betroffenen Bohrungen Em 132 und Em 51 durch ein unabhängiges Labor.
  • Entnahme und Analyse von Proben des Oberflächenwassers durch ein unabhängiges Labor.
  • Erstellung eines Grundwassermonitoringkonzepts im Rahmen einer hydrogeologischen Studie durch die Ingenieurgesellschaft Dr. Schmidt mbH.
  • Weitere Analysen der beiden schadhaften Einpressbohrungen für Lagerstättenwasser. Die Rohre wurden unter anderem mit Kamerafahrten untersucht.
  • Untersuchung aller Einpress- und Versenkbohrungen in Emlichheim. Das Ergebnis: Alle in Betrieb befindlichen Bohrungen sind in einem betriebssicheren Zustand.
  • Rückfördertest in der Bohrung Em 132, um weitere Informationen zu gewinnen

Diese Maßnahmen werden jetzt durchgeführt:

  • Tiefbohrung (inklusive Entnahme von Sedimentproben) im Abstrombereich der Bohrung Em 132 und Ausbau zur Grundwassermessstelle, um detaillierte Aussagen zur Lithologie (Schichtenfolge) und zu Lagerstättenwasserzutritten im tieferen Untergrund zu erhalten. Diese Bohrung wird in der 30. Kalenderwoche beginnen und etwa sechs Wochen dauern.
  • Einpresstest in unterschiedlichen Tiefen der Bohrung Em 132, um eine Abschätzung der ausgetretenen Lagerstättenwassermenge durchführen zu können. Dieser wird in der 29. Kalenderwoche abgeschlossen.
  • Alle vier Wochen Entnahme und Prüfung von Proben aus Grundwassermessstellen sowie Proben aus dem Oberflächenwasser.
  • Dieser Maßnahmenkatalog wurde am Mittwoch dem Landesbergamt als Aufsichtsbehörde, der Grafschaft Bentheim und der Samtgemeinde Emlichheim vorgestellt.
  • „Die weiteren Untersuchungen sollen nun das Ausmaß des Lagerstättenwasserzutritts im tieferen Untergrund und den hierdurch betroffenen Bereich zeigen“, erklärt Udo Schmidt von der Ingenieurgesellschaft Dr. Schmidt mbH, die im Rahmen einer hydrogeologischen Studie unter anderem ein Grundwassermonitoring-Konzept erstellt hat.

Untersuchungen wird Wintershall Dea weiterhin berichten und die Ergebnisse der Öffentlichkeit und den Aufsichtsbehörden vorstellen.
 

Über Wintershall Dea

Mit dem Zusammenschluss von Wintershall Holding GmbH und DEA Deutsche Erdoel AG bilden zwei erfolgreiche Firmen mit langer Tradition das führende unabhängige Erdgas- und Erdölunternehmen Europas: Wintershall Dea. Das Unternehmen mit deutschen Wurzeln und Sitz in Kassel und Hamburg sucht und fördert weltweit in 13 Ländern Gas und Öl auf effiziente und verantwortliche Art und Weise. Mit Aktivitäten in Europa, Russland, Lateinamerika und der MENA-Region (Middle East & North Africa) verfügt Wintershall Dea über ein weltweites Upstream-Portfolio und ist mit Beteiligungen im Erdgastransport zudem im Midstream-Geschäft aktiv.

Wintershall Dea steht für mehr als 120 Jahre Erfahrung als Betriebsführer und Projektpartner entlang der gesamten E&P-Wertschöpfungskette. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 4.000 Mitarbeiter aus über 60 Nationen. Die durchschnittliche Tagesproduktion von rund 590.000 Barrel Öläquivalent will das Unternehmen im Zeitraum zwischen 2021 und 2023 auf 750.000 bis 800.000 Barrel steigern. Mittelfristig wird ein Börsengang von Wintershall Dea angestrebt.

Teilen