Wintershall Dea legt Sanierungskonzept für schadhafte Einpressbohrung in Emlichheim vor

Emlichheim
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Kuh Weide Emlichheim Bohrturm
Kuh Weide Emlichheim Bohrturm
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Wintershall Dea/Christian Burkert
  • Aus der Einpressbohrung Em 132 ausgetretenes Lagerstättenwasser wird zurückgepumpt
  • Im ersten Schritt soll ein Immissionspumpversuch durchgeführt werden

Nach den ersten Erkundungen hat Wintershall Dea am Montag, 30. September, ein Konzept für die Sanierung des Schadens im Umfeld der Einpressbohrung Em 132 in Emlichheim (Grafschaft Bentheim) beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) eingereicht. Das LBEG prüft nun das Konzept.

Das Sanierungskonzept sieht vor, das ausgetretene Lagerstättenwasser zügig herauszupumpen. Um damit beginnen zu können, wird Wintershall Dea im ersten Schritt zunächst einen sogenannten Immissionspumpversuch an der am 27. September abgeschlossenen Bohrung im Abstrombereich der Em 132 durchführen. Dabei wird das ausgetretene Lagerstättenwasser in unterschiedlichen Tiefen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten herausgepumpt und mit der Sanierung begonnen.

Mit dem Immissionspumpversuch verfolgt Wintershall Dea das Ziel, verschiedene Informationen wie etwa die Durchlässigkeit des Gesteins und die Verteilung des Lagerstättenwassers im tiefen Untergrund zu erhalten. Mit diesen Informationen kann die Errichtung von Standorten für die weiteren Sanierungsbrunnen bestimmt werden.

Um den Immissionspumpversuch durchführen zu können, wird Wintershall Dea beim LBEG einen Sonderbetriebsplan einreichen. Sobald die Genehmigung und die erforderlichen Pumpen- und Packersysteme vorliegen, können die Arbeiten beginnen (voraussichtlich Ende Oktober).

„Die Sanierung des Schadens hat für uns größte Priorität. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das ausgetretene Lagerstättenwasser wieder aus dem Boden herauszuholen“, sagte Dirk Warzecha, Leiter Wintershall Dea Deutschland.

Wintershall Dea hatte Ende Juli mit einer Bohrung im Abstrombereich der Em 132 begonnen. Es wurden Bohrkerne entnommen. In den untersuchten Feststoffanalysen der Bohrkerne wurden Bestandteile von Lagerstättenwasser ab einer Tiefe unterhalb von 99 Metern entdeckt.

Parallel zur Sanierung wird das Grundwasser- und Oberflächenwasser-Monitoring in Abstimmung mit dem LBEG fortgeführt und weiterentwickelt. Es wurden Messorte und Grundwassermessstellen genutzt und im monatlichen Rhythmus Proben entnommen. Die Ergebnisse der Analyse von mittlerweile insgesamt 81 Proben des Grund- und Oberflächenwassers zeigen, dass keine Gefahr für Menschen, Tiere und Pflanzen besteht. „Auch diese Untersuchungen setzen wir fort, um Gefahren weiterhin ausschließen zu können“, betonte Warzecha.

Zudem hatte Wintershall Dea die Ingenieurgesellschaft Dr. Schmidt beauftragt, die Erkundungs- und Monitoringmaßnahmen durch ein Grundwasserströmungs- und Schadstofftransportmodell zu ergänzen. Ziel dieser Modellierung ist, zu berechnen, wie sich das Lagerstättenwasser im Umfeld der schadhaften Bohrung ausgebreitet haben könnte. Auf Basis dieser Ergebnisse und der bisherigen Erkundungen werden die Standorte zusätzlicher Grundwassermessstellen in unterschiedlichen Tiefen geprüft. Damit soll die Lage der Schadstofffahne weiter untersucht werden.

Weitere Informationen finden Sie im Fact Sheet.

Mehr Informationen zum Lagerstättenwasser-Austritt in Emlichheim finden Sie hier.

Über Wintershall Dea

Mit dem Zusammenschluss von Wintershall Holding GmbH und DEA Deutsche Erdoel AG bilden zwei erfolgreiche Firmen mit langer Tradition das führende unabhängige Erdgas- und Erdölunternehmen Europas: Wintershall Dea. Das Unternehmen mit deutschen Wurzeln und Sitz in Kassel und Hamburg sucht und fördert weltweit in 13 Ländern Gas und Öl auf effiziente und verantwortliche Art und Weise. Mit Aktivitäten in Europa, Russland, Lateinamerika und der MENA-Region (Middle East & North Africa) verfügt Wintershall Dea über ein weltweites Upstream-Portfolio und ist mit Beteiligungen im Erdgastransport zudem im Midstream-Geschäft aktiv.

Wintershall Dea steht für mehr als 120 Jahre Erfahrung als Betriebsführer und Projektpartner entlang der gesamten E&P-Wertschöpfungskette. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 4.000 Mitarbeiter aus über 60 Nationen. Die durchschnittliche Tagesproduktion von rund 590.000 Barrel Öläquivalent will das Unternehmen im Zeitraum zwischen 2021 und 2023 auf 750.000 bis 800.000 Barrel steigern. Mittelfristig wird ein Börsengang von Wintershall Dea angestrebt.

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