Wintershall Dea startet Sanierung im Erdölfeld Emlichheim

Emlichheim
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Bohranlage Emlichheim
Bohranlage Emlichheim
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Wintershall Dea/Christian Burkert
  • Mit Immissionspumpversuch wird das ausgetretene Lagerstättenwasser zurückgefördert
  • Planung weiterer Sanierungsbrunnen im Umfeld der Einpressbohrung Em 132

Wintershall Dea beginnt mit der Sanierung des Schadens im Umfeld der Einpressbohrung Em 132 im Erdölfeld Emlichheim. Die Arbeiten starten mit einem Immissionspumpversuch am Sanierungsbrunnen der so genannten Rammkernbohrung 1. Wintershall Dea hatte diese Bohrung im Abstrombereich der Em 132 mit einer Tiefe von 230 Metern am 27. September abgeschlossen.

„Das ist der Startpunkt der Sanierung. Jetzt holen wir das ausgetretene Lagerstättenwasser wieder aus dem Untergrund heraus“, sagte Dirk Warzecha, Leiter Wintershall Dea Deutschland.

Bei dem Immissionspumpversuch wird das Lagerstättenwasser in unterschiedlichen Tiefen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten gefördert. Somit erhält Wintershall Dea Informationen über die Durchlässigkeit des Gesteins und die Verteilung des Lagerstättenwassers im tiefen Untergrund.  Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat die Durchführung des Immissionspumpversuchs, der voraussichtlich etwa drei Monate dauern wird, am Dienstag Nachmittag genehmigt.

Zur Erfassung der Fördermengen wird ein Durchflussmengenmessgerät eingesetzt, welches die entnommenen Wassermengen kontinuierlich ermittelt und sie in Echtzeit an ein Prozessleitsystem überträgt, das die Daten erfasst und speichert. Zudem werden so genannte Datenlogger installiert, die unter anderem die im Bohrloch vorherrschenden Druckverhältnisse aufzeichnen. Darüber hinaus werden alle zwei bis drei Tage Proben des geförderten Wassers genommen und untersucht. Auf Grundlage dieser Daten plant Wintershall Dea die Errichtung weiterer Sanierungsbrunnen. Das zurückgeförderte Lagerstättenwasser wird über eine Einpressbohrung zurück in die eigentliche Lagerstätte in einer Tiefe von etwa 1000 Metern Tiefe gepumpt.

Bisherige Untersuchungen von Bohrkernen aus der jetzt zur Sanierung genutzten Bohrung hatten gezeigt, dass Bestandteile von Lagerstättenwasser ab einer Tiefe von 99 bis ca. 150 Metern vorhanden sind. Die Ergebnisse von insgesamt 101 Proben des Grund- und Oberflächenwassers wiederum zeigen, dass keine Gefahr für Menschen, Tiere und Pflanzen besteht. 

Nach Abschluss des Immissionspumpversuchs setzt Wintershall Dea die Sanierung mit dem Herauspumpen des Lagerstättenwassers fort. Dazu werden weitere Sanierungsbrunnen geplant und eingerichtet. Bereits aktuell in Planung ist ein zweiter Sanierungsbrunnen. „Die Sanierung des Schadens hat für uns höchste Priorität“, sagte Warzecha. Wintershall Dea hatte Ende September ein Sanierungskonzept beim LBEG vorgelegt.

Parallel zur jetzt begonnenen Sanierung wird das Grundwasser- und Oberflächenwasser-Monitoring in Abstimmung mit dem LBEG fortgeführt und weiterentwickelt. Es werden Messorte und Grundwassermessstellen genutzt und im monatlichen Rhythmus Proben entnommen. Zu den schon vorhandenen 15 Messstellen sollen acht weitere hinzukommen.

Weitere Informationen finden Sie im Fact Sheet.

Mehr Informationen zum Lagerstättenwasser-Austritt in Emlichheim finden Sie hier.

Über Wintershall Dea

Mit dem Zusammenschluss von Wintershall Holding GmbH und DEA Deutsche Erdoel AG bilden zwei erfolgreiche Firmen mit langer Tradition das führende unabhängige Erdgas- und Erdölunternehmen Europas: Wintershall Dea. Das Unternehmen mit deutschen Wurzeln und Sitz in Kassel und Hamburg sucht und fördert weltweit in 13 Ländern Gas und Öl auf effiziente und verantwortliche Art und Weise. Mit Aktivitäten in Europa, Russland, Lateinamerika und der MENA-Region (Middle East & North Africa) verfügt Wintershall Dea über ein weltweites Upstream-Portfolio und ist mit Beteiligungen im Erdgastransport zudem im Midstream-Geschäft aktiv.

Wintershall Dea steht für mehr als 120 Jahre Erfahrung als Betriebsführer und Projektpartner entlang der gesamten E&P-Wertschöpfungskette. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 4.000 Mitarbeiter aus über 60 Nationen. Die durchschnittliche Tagesproduktion von rund 590.000 Barrel Öläquivalent will das Unternehmen im Zeitraum zwischen 2021 und 2023 auf 750.000 bis 800.000 Barrel steigern. Mittelfristig wird ein Börsengang von Wintershall Dea angestrebt.

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