Wirtschaftsminister Althusmann informiert sich am Standort Emlichheim

Emlichheim
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Wintershall Dea Althusmann in Emlichheim
Wintershall Dea Althusmann in Emlichheim
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Wintershall Dea/Ludwig Schöpfer
  • Nächste Sanierungsschritte an schadhafter Einpressbohrung Em 132 vorgestellt
  • Weiterhin keine Anhaltspunkte für Gefährdung der menschlichen Gesundheit

Wintershall Dea hat am Freitag im Rahmen eines Besuchs des niedersächsischen Wirtschaftsministers Dr. Bernd Althusmann am Standort Emlichheim die Sanierung der schadhaften Einpressbohrung Em 132 vorgestellt. „Wir bereiten jetzt mit höchster Priorität die Sanierung vor“, sagte Mario Mehren, Vorstandsvorsitzender Wintershall Dea, bei einem Informationsgespräch, an dem neben Althusmann auch weitere Vertreter aus Politik und Verwaltung teilgenommen haben.

Wintershall Dea hatte den Aufsichtsbehörden Ende Juli eine vorläufige Analyse der schadhaften Einpressbohrung Em 132 übersandt. Demnach ist aus der Bohrung über Leckagestellen, die unterhalb einer Tiefe von etwa 150 Metern liegen, Lagerstättenwasser in den Untergrund gelangt. Nach ersten Einschätzungen könnten insgesamt 140.000 bis möglicherweise 220.000 Kubikmeter Lagerstättenwasser ausgetreten sein.

Derzeit gebe es weiterhin weder Anhaltspunkte für eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit noch für das gesamte Landökosystem, sagte Mehren.  „Und wir werden alles dafür tun, dass es so bleibt“, betonte er. Insgesamt wurden in den vergangenen Wochen 64 Proben aus Oberflächengewässern und oberflächennahem Grundwasser von einem unabhängigen Labor untersucht. Es wurden Grundwassermessstellen eingerichtet und alle vier Wochen werden weitere Proben entnommen sowie permanent unabhängig überprüft. Dieses Grundwasser-Monitoring wird in Abstimmung mit dem LBEG kontinuierlich angepasst.

Außerdem hat Wintershall Dea bereits am 30. Juli mit einer Tiefbohrung im Abstrombereich der Em 132 in Emlichheim begonnen, die am Freitag auch Wirtschaftsminister Althusmann besichtigte. Bis zum 15. August wurden bereits 160 Meter an Bohrkernen gezogen. Das unabhängige Labor Eurofins untersucht laufend die Bodenproben, um Informationen über den Austritt von Lagerstättenwasser im tieferen Untergrund zu erhalten. So wurden Bestandteile von Lagerstättenwasser erst in einer Tiefe unterhalb von 99 Metern entdeckt. Die Bohrung soll in den kommenden Tagen noch bis zu einer Tiefe von 230 Metern vorangetrieben werden. Jeweils mit begleitenden Analysen des Gesteins.

Wintershall Dea informierte bei dem Besuch von Minister Althusmann am Standort Emlichheim auch über die nun folgenden Maßnahmen. Das Unternehmen wird nach Abschluss der Tiefbohrung bei der Em 132, diese als Sanierungsbrunnen nutzen, so kann über die Installation einer Pumpe das Lagerstättenwasser nach oben gefördert werden. „Die an der Bohrung Em 132 in den tiefen Untergrund gelangten Lagerstättenwasser-Inhaltsstoffe können durch Förderung beziehungsweise das Herauspumpen wieder entfernt werden“, sagte Dirk Warzecha, Leiter Wintershall Dea Deutschland. „Mit zunehmendem Kenntnisstand bezüglich der räumlichen Lage der Verunreinigung können wir dann auch entscheiden, wo weitere Sanierungsbrunnen gebaut werden müssen“, so Warzecha weiter.

Bei Wartungsarbeiten an den Einpressbohrungen Em 132 und Em 51 hatte Wintershall Dea Anfang 2019 Korrosionsschäden an der Verrohrung in Tiefen zwischen 148 und 788 Metern festgestellt und die Bohrungen außer Betrieb genommen. Durch die Rohre von Einpressbohrungen wird Wasser, das bei der Erdölförderung mitgefördert wird (sogenanntes Lagerstättenwasser), zur Druckerhaltung in die Erdöllagerstätte in rund 850 Meter Tiefe zurückgeführt.

Weitere aktuelle Informationen rund um die Leckage in Emlichheim finden Sie hier.

Über Wintershall Dea

Mit dem Zusammenschluss von Wintershall Holding GmbH und DEA Deutsche Erdoel AG bilden zwei erfolgreiche Firmen mit langer Tradition das führende unabhängige Erdgas- und Erdölunternehmen Europas: Wintershall Dea. Das Unternehmen mit deutschen Wurzeln und Sitz in Kassel und Hamburg sucht und fördert weltweit in 13 Ländern Gas und Öl auf effiziente und verantwortliche Art und Weise. Mit Aktivitäten in Europa, Russland, Lateinamerika und der MENA-Region (Middle East & North Africa) verfügt Wintershall Dea über ein weltweites Upstream-Portfolio und ist mit Beteiligungen im Erdgastransport zudem im Midstream-Geschäft aktiv.

Wintershall Dea steht für mehr als 120 Jahre Erfahrung als Betriebsführer und Projektpartner entlang der gesamten E&P-Wertschöpfungskette. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 4.000 Mitarbeiter aus über 60 Nationen. Die durchschnittliche Tagesproduktion von rund 590.000 Barrel Öläquivalent will das Unternehmen im Zeitraum zwischen 2021 und 2023 auf 750.000 bis 800.000 Barrel steigern. Mittelfristig wird ein Börsengang von Wintershall Dea angestrebt.

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